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Vorwort
Meine Arbeit ist eklektisch und eine oft ironische Auseinandersetzung mit dem Kunstbegriff, aber auch den Dingen an sich, dabei entstehen Zwischenformen oder Zwischendinge.

1988-1994
Am Anfang war der Fischbüro e.V. 2 Jahre war ich Fischagentin und übte mich mit anderen Mitgliedern wie Almut Klotz/aktuelle Band Parole Trixie, Christiane Rösinger/aktuelle Band Britta oder Dimitri Hegemann/ u. a. Begründer des Technoclubs Tresor, darin, die Welt in unerklärlichen Happenings stattfinden zu lassen.

Dann kamen Objekte aus Karton, die das Thema Konsum -ich kaufe, also bin ich!- umkreisten (absurde Taschenkollektion). In dieser Zeit war auch das künstlerische Medium Performance für mich wichtig. Als Performerin bei Benoit Maubrey mit Guitar Monkeys und Audiokleidern, ein Hybrid zwischen Kunst und Musik, sammelte ich Erfahrungen, die ich später in Einzelperformances anwendete.

1994-2000
Mit den "Dingen", eine umfassende Installation von Bildobjekten und der sich daran anschließenden ebenfalls großen Objektserien von Plüschkleidern und Werkzeugen (die Taschn füllen sich!), begann ich mich in der Kunstszene der 90'iger durch die Ausstellung bei Michael J. Wewerka Galerie und X 94, Akademie der Künste bemerkbar zu machen. Auch in der Performance war die Arbeit "Carroussel" - der überdimensionale Rock mit 3 mtr. Durchmesser - life act bei MTV Club Tour, ein wichtiger Schritt.

Doch die Distanz zum Publikum/Betrachter wollte überwunden werden. Nicht ich als Performerin sollte mehr im Mittelpunkt stehen, sondern die Anderen - Jeder / Jede / Everybody. Unter dem Einfluß der boomenden Clubkultur entstand so das Party/Performancehappening DJ Everybody, das ich seit 1996 veranstalte und dabei auch zum DJ ing, als weiterer künstlerischer Disziplin, gekommen bin.

In meiner bildnerischen Arbeit stellte sich ein Problem vor - dem seriösen Bild einer Künstlerin im "White Cube" nicht entsprechen zu wollen oder zu können, weil ich es als einengend empfand und trotzdem meine Arbeiten auszustellen. Und siehe da es gab neue Möglichkeiten. Die Club- und Partyszene im Berlin der 90'iger, mit ihren wilden, improvisierten Locations. Hier gab es keinen Zwang zum "seriösen Kunstwerk" und das bedeutete für mich schlicht und einfach künstlerische Freiheit. Zwei Jahre war ich fast Dauergastkünstlerin im Boudoir, einer Galerie/Club/Lounge in Berlin-Mitte, wo ich meine wichtigsten Clubartausstellungen bestritt. Dabei wurden meine Ausstellungen grundsätzlich mit DJ's wie Coffeman oder Supersiren eröffnet. Clubartfreundliche Orte wie Galerie Fruchtig, Frankfurt a. Main oder allgirls gallery, Berlin und Radio Berlin vertraten meine Arbeiten.

In dieser Zeit (1995-2000), sehe ich meine gesamte künstlerische Arbeit als Clubkunst definiert (siehe auch Interview "Flyersoziotope", Interview mit Tulip Enterprises über Clubart). Es erschien darüber ein Katalog mit dem Titel "Betty", der im Stil der populären Jugendzeitschrift "Bravo" gestaltet ist und 1999 im Rahmen einer großen Einzelausstellung über meine Clubart Arbeiten vom Haus am Luetzowplatz, Berlin, herausgegeben wurde.

ab 2001
Der Zenit der Clubart war überschritten. Ich konzentrierte mich verstärkt auf Malerei, das Thema jedoch blieb weiter hedonistisch/undergroundig. HanfFlowers. Zu dieser Serie zählt auch die Installation Drugdealers, die im Club Maria am Ostbahnhof zu sehen war, als Beitrag zu Kunst oder König, einem wichtigen ClubArt Event, organisiert von Danielle de Picciotto.

Seit 2004 setze ich mich mit dem malerischen Werk von Henri Matisse auseinander. Dabei entstanden Objekte, Fotoarbeiten und Bilder, die ich erstmals 2005 im Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt a. Main, Galerie station, kuratiert von Annette Gloser, gezeigt habe.

Betty Stürmer, März 2006